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The great good place

wie Golfclubs zu echten Lieblingsorten werden können

Etwa 75 % Ihrer Mitglieder spielen auf der Anlage – aber nicht in ihrem Club, nicht in Gruppen, nicht im sozialen Gefüge. Sie nutzen die Anlage, aber fühlen sich nicht zugehörig. Wer diese stille Mehrheit erreicht, formt aus Nutzern eine Community – und aus einem Golfplatz einen echten Club.

Zuhause, Arbeitsplatz – und dann? Der US-Soziologe Ray Oldenburg prägte mit seinem Konzept des „Third Place“ einen Begriff für das, was in unserer durchgetakteten Alltagswelt oft fehlt: ein Ort jenseits von Leistung und Verpflichtung, an dem Gemeinschaft, Austausch und Zugehörigkeit im Mittelpunkt stehen.

Golfanlagen haben das Potenzial, genau das zu bieten – nutzen es aber bislang nur zu einem kleinen Teil.

Nur 20–25 % der Mitglieder eines typischen Golfclubs sind in Mannschaften oder Spielgruppen organisiert. Der überwiegende Rest – rund 75–80 % – ist zwar sportlich aktiv, bleibt aber sozial kaum eingebunden. Damit verschenken Clubs enormes Potenzial – für Mitgliederbindung, Community-Building und wirtschaftliches Wachstum.

Die drei Orte nach Oldenburg – und was sie für den Golfsport bedeuten

Oldenburg, amerikanischer Stadtsoziologe, beschreibt drei zentrale Lebensräume:

Erster Ort: Das Zuhause

Privat, sicher, kontrollierbar – aber oft sozial isoliert.

Zweiter Ort: Die Arbeit

Geprägt von Pflichten, Routinen und Ergebnissen.

Dritter Ort: Der soziale Freiraum

Niederschwellig, freiwillig, verbindend – ein Raum für echte Begegnung.

Der „dritte Ort“ ist kein Gebäude, sondern ein Gefühl: Willkommen zu sein, ohne sich erklären zu müssen. Sichtbar zu sein, ohne Leistung zu zeigen. Verbunden zu sein – jenseits von Funktion.

In der Fitnessbranche und in urbanen Communities wird diese Rolle längst strategisch gestaltet. Die Frage lautet:
Wie kann ein Golfclub genau dieser Ort für seine Mitglieder werden?

Was macht einen echten „dritten Ort“ aus?

Ein Clubhaus reicht nicht. Der „Third Place“ ist mehr als ein Gebäude – er ist eine Haltung. Sechs Merkmale sind laut Oldenburg entscheidend:

  • Zugänglichkeit & Offenheit

  • Gleichrangigkeit & Neutralität

  • Geselligkeit ohne Verpflichtung

  • Stammpublikum mit Durchlässigkeit

  • Verankerung im Alltag der Mitglieder

  • Einladende Atmosphäre & Wiederkehroptik

Fakt ist: Die meisten Golfclubs erfüllen viele dieser Merkmale nicht. Turnierkalender, Dresscodes, Reservierungssysteme oder Gruppenstrukturen wirken für viele eher ausgrenzend als verbindend.

Herausforderung Golfclub: Wie erreicht man die 75–80 %?

Wer keine Mannschaft spielt, keinen festen Flight hat und keine Turniere liebt, kommt – aber bleibt nicht.
Genau diese Zielgruppe (die große Mehrheit!) braucht keine neue Spielart. Sie braucht einen Ort, an dem sie sich zuhause fühlt.

Hier vier Handlungsfelder, wie Golfanlagen zum dritten Ort für alle werden können – plus ein Vorbild, das zeigt, wie es geht.

1. Offene Formate – statt geschlossener Zirkel

Beispiel: After-Work-Scrambles, Range-Events, Frühstücksrunden

Was CrossFit-Boxen, Coworking-Spaces oder moderne Studios auszeichnet, ist Flexibilität und Unverbindlichkeit. Urban Sports Club beispielsweise organisiert regelmäßig Rooftop-Yoga-Sessions auf Dachterrassen mit anschließendem Get-together. Offen für Mitglieder aller Fitnesslevel, keine Vorkenntnisse nötig – Hauptsache: dabeisein. Golfclubs können davon lernen:

  • 9-Loch-Formate ohne Leistungsdruck
  • Open Tee Times mit Community-Runden
  • Sommerabende mit Musik, Getränken und Challenges
  • First-Time-Formate für Neueinsteiger

Ziel: Interaktion ermöglichen – auch ohne Handicap-Vergleich oder Gruppenbindung.

2. Das Clubhaus als sozialer Anker

Beispiel: Lounge-Zonen, Musik, WLAN, wechselnde Events

Der Clubraum ist nicht nur Gastro – er ist das Herz der Community. Erfolgreiche Orte wie Coffee Fellows zeigen: Wer Menschen zum Bleiben bewegt, gewinnt. Was ursprünglich „nur“ Coffee Shop war, wurde zu einem Ort mit Lounges, WLAN, Musik, Büchern und Veranstaltungsfläche. Ergebnis: Viele Gäste bleiben länger, treffen Freunde und verabreden sich. Golfclubs sollten das Clubhaus neu denken:

  • Flexible Sitzbereiche mit Wohnzimmer-Charakter

  • Kunst, Bücher, DJ-Sets oder Themenabende

  • Raum für spontane Gespräche, Meetings, Remote-Work

  • „Hofladen“ mit Produkten aus der Küche und der Region

Ziel: Der Club wird zum „Third Place“ im Alltag – nicht nur zum Sportziel.

3. Kommunikation mit Gesicht – nicht nur mit Score

Beispiel: Member-Stories, Club-Life-Content, Alltag statt Ansprache

Die Fitnessbranche zeigt, wie authentisches Storytelling Nähe schafft. Menschen folgen Menschen, nicht Marken. CrossFit-Studios setzen erfolgreich auf Mitglieder-Stories statt Leistung: „Wie ich mit 54 Jahren meine erste Kettlebell gehoben habe“. Reels, Zitate, Mini-Dokus sorgen für Community-Gefühl und Nähe. Golfclubs sollten:

  • Alltagsmomente posten – nicht nur Turniersieger

  • Mitglieder porträtieren – ihre Geschichten erzählen

  • Community-Content nutzen: Reels, Interviews, Stimmungen

  • Menschen – nicht nur Zahlen – in die Kommunikation holen

Ziel: Sichtbarkeit für jene schaffen, die sonst nur buchen und spielen.

4. Erlebnisformate abseits des Spiels

Beispiel: Golf & Gesundheit, Sommer-Cinema, Fit4Golf-Programme

Clubs, die nur Golf bieten, konkurrieren mit Clubs, die Leben bieten. Kletterhallen wie Boulderwelt bieten Kurse, aber auch Events wie BBQ-Abende, Filmnächte oder gemeinsame Reisen. Viele kommen „einfach so“ vorbei – auch ohne zu klettern. Warum nicht:

  • Yoga am Grün, Fitnesstraining für Golfer, Vorträge

  • Familientage mit Mini-Parcours, Barfußpfade

  • After-Golf-Events mit Musik, BBQ & Networking

  • Ernährungskurse, Koch-Events

Ziel: Der Club wird nicht nur genutzt – er wird gelebt.

Best Practice: Der Rapha Cycling Club (RCC)

Ein Paradebeispiel für den „Third Place“ im Sport ist der Rapha Cycling Club (RCC).
Was als Bekleidungsmarke begann, wurde zur globalen Bewegung – mit Clubhäusern in Metropolen, Community-Ausfahrten und Member-Benefits weltweit.

Was macht den RCC so erfolgreich?

  • Clubhäuser als Treffpunkte – mit Café, Community-Wand, lokalem Charakter
  • Offene Rides & Summits – für jedes Niveau, jede Identität
  • Digitales Netzwerk – App, Content, Forum & Storytelling
  • Zugehörigkeit statt Leistungsdruck – „Global club, local community“

👉 Learnings für Golfclubs:

  • Clubhaus = Café mit Identität

  • Runde = Erlebnis mit sozialen Impulsen

  • Mitgliedschaft = Zugang zu mehr als Spiel

  • Club = Ort, an dem man sein will – nicht muss

Fazit: Wer Golf als Community denkt, gewinnt

Wer seinen Club als „dritten Ort“ neu positioniert, bietet weit mehr als eine 18-Loch-Runde.

Er bietet Zugehörigkeit, Resonanz, Lebensqualität – und damit die Basis für langfristige Bindung in einer Zeit, in der Freizeitangebote um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Die 75 % Ihrer Mitglieder warten nicht auf das nächste Turnier. Sie warten auf einen Ort, der ihnen mehr gibt als einen Startzeit-Slot.

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